Neve di Latte

Neve di Latte heisst die Gelateria hier um die Ecke. Langsam wird sie zu meiner zweiten Residenz in der ewigen Stadt. Es ist immer noch so, glaube ich, dass man nirgends so gute Glacen wie in Italien findet. Ähnlich sieht es mit dem Kaffee aus, sogar mit dem koffeinfreien, auf den ich mich seit Jahren und nicht ohne Wehmut beschränke.

Und trotzdem machen nicht die ItalienerInnen das grosse Geschäft mit Kaffee und Eis, sondern multinationale Unternehmen wie Nespresso, Starbucks, Nestlé – wie der Geox-Gründer vor ein paar Jahren in einem Interview sagte, dessen Name mir gerade entgeht.

Warum ist es so? es scheint, als wären Italiener-innen mehr daran interessiert, Inhaber einer guten Quartier-Gelateria, oder ein guter Barmann zu sein als ins grosse Geschäft zu steigen.

Es ist übrigens merkwürdig, dass wir hier in Rom zahlreiche wunderbare Geschäfte entdecken, die man kaum sieht. Man muss sie fast schon kennen, um davon zu profitieren. Auch hier hat man den Eindruck, dass der Geist des grellen, marktschreierischen Spätkapitalismus noch nicht ganz eingezogen ist. Zum Glück für uns NostalgikerInnen, aber wahrscheinlich nicht für die schleppende italienische Wirtschaft.

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