Salvini und die MigrantInnen

Adelheid hatte diese Woche ein interessantes Gespräch mit Annemarie Dupré. Bis im März dieses Jahres war sie Kirchgemeinderatspräsidentin der Waldensergemeinde Piazza Cavour, Roma. Sie war die wesentliche Initiantin und Wegbereitern des ‚Servizio rifiugiati e migranti‘ den sie bereits 1986 begonnen hat, in Italien den aufzubauen. Dies im Dienst der ‚Federazione chiese evangelice italiane (FCEI).

Sie betont, dass Italien als migrationserfahrenes Land eigentlich über eine gute und funktionierende Struktur zur Aufnahme von Fremden verfügt. Die Zusammenarbeit zwischen Staat, Kirchen und anderen Akteuren sei auch nicht schlecht. Und daran werde Salvini auch nicht so schnell etwas ändern können. Verschiedene Organisationen, die an der Sozialarbeit zugunsten der Migrantinnen beteiligt sind, sind politisch hervorragend vernetzt. Insbesondere die katholische Comunità di S. Egidio habe eine hervorragende Lobbyarbeit geleistet und sei sehr medienpräsent – so sehr, dass andere Organisationen eher in ihren Schatten gestellt werden.

Inzwischen arbeiten verschiedene Organisationen an den schon bestehenden «Corridoi umanitari» – Humanitäre Korridore: Sie wurden aufgebaut seit 2015 und eingerichtet von den FCEI, zusammen mit der Tavola Valdese und der Comunità di Sant’Egidio. In detaillierten Verhandlungen zwischen Kirchen und Staat, zwischen FCEI, Tavola Valdese, der Comunità Sant’Egidio und dem italienischen Aussenministerium wurden die Eckdaten für einen humanitären Korridor festgelegt. Zugang zu diesem humanitären Korridor haben besonders verletzliche Personen. Dazu gehören Kinder, Verletzte, Mütter mit Kindern und in Ausnahmefällen Familien. Ein wesentlicher Teil dieser Einrichtung ist finanziell gespiesen von ‚otto per mille‘, d.h. den Beiträgen aus der Waldenserkirche. Im Zuge dieser Initiative wurde auch der Medical hope eingerichtet, d.h. medizinische Versorgung dieser verletzlichen Personen. Dieser wird ebenfalls von Waldensern und Baptisten betrieben. An diesem Projekt sind auch französische und belgische Kirchen beteiligt.

Da diese humanitären Korridore sehr teuer sind, wird in nächster Zeit wohl noch einige Anpassungsarbeit geleistet werden müssen.

Das finde ich interessant. Ich habe auch den Eindruck, dass Salvini bisher konkret nicht viel ausrichten konnte, ausser auf das allgemeine politische Klima und auf Italien Image im Ausland Einfluss zu nehmen.

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