Albacete und Maduro

Albacete ist ein kleines Provinzstädtchen in der Mancha, zwischen Madrid und Alicante. Nach vier Monaten Rom hatte ich keine Lust, wieder in eine grosse Stadt wie Madrid, Barcelona oder Sevilla zu gehen, das gleiche Leben an einem anderen, möglichst schönen Ort weiterzuführen. Ich möchte nun in die Provinz gehen uns schauen, wie das Leben dort aussieht.

Albacete hat auf dem ersten Blick nichts Besonderes, aber ich finde es eine sehr angenehme Stadt, mit freundlichen, offenen Leuten.

Und von da aus bin ich relativ schnell in Madrid, Valencia, Alicante, Murcia… Ich werde mich also nicht langweilen, denke ich.

Die Kathedrale

 

Inzwischen schlittert Italien in die Rezession – wen wundert’s – Spanien hält sich besser. Spanien hat ein stabileres politisches System, was sich auf die Wirtschaft im Moment positiv auswirkt. Italien macht den Eindruck, als wollte es nicht Probleme lösen, sondern Probleme weiter bewirtschaften; aber davon später.

Das grosse Thema, hier, ist allerdings nicht Europa, sondern Venezuela. Am Fernsehen, in den Zeitungen ist es im Moment das Wichtigste. Im Zentrum von Madrid fand heute eine grosse Demo für den neuen Interimspräsidenten und Gegner von Nicolas Maduro statt. Ein eindrückliches Beispiel, für mich, eines Solidaritätsgefühls, das von der gemeinsamen Sprache und ein Stück weit von einer gemeinsamen Geschichte getragen wird. Das hat mich überrascht.

 

Der Universitäts-Campus

Vor der Abreise…

An einem kühlen Maiabend höre ich mir mit Interesse und Neugier den Abschiedsvortrag der Kunsthistorikerin Serena Romano, einer Kollegin von der Universität Lausanne, die pensioniert wird.

Die Kunstgeschichte – sagt Romano – wird oft als etwas Nebensächliches angesehen, als eine Art hübschen Überbau der Geschichte. Das bedeutet aber, die Macht des Visuellen zu unterschätzen, die Kraft des Bildes sträflich zu vernachlässigen, wie die aktuellen politischen Entwicklungen zeigen. Continuer la lecture de « Vor der Abreise… »